Nach der Winterpause beginnt traditionell in sämtlichen Spielklassen das Rechnen um Auf- und Abstiege, und auch in der Verbandsliga Nordost und der Landesliga Ost nimmt die Diskussion um mögliche Szenarien wieder Fahrt auf. Wir auf SCB-Online blicken auf die aktuelle Situation in der Verbandsliga Nordost, der Landesliga Ost und den Bezirksligen im Ostsaarkreis. Grundlage aller Überlegungen sind dabei die Tabellenstände vom Donnerstag, den 26. März 2026.
Recht angespannt ist die Lage im Abstiegskampf in der
Verbandsliga Nordost. Hier stammen gleich vier der sechs gefährdeten Mannschaften in der Saarlandliga aus dem Nordosten, nämlich die SG Marpingen-Urexweiler, der SV Bliesmengen-Bolchen, die DJK Ballweiler-Wecklingen und der VfB Borussia Neunkirchen. Entsprechend hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass am Ende viele Teams den Weg in die Verbandsliga Nordost antreten müssen. Im ungünstigsten Fall entwickelt sich die Situation damit äußerst kritisch. Sollten drei oder vier Teams aus der Saarlandliga in die Verbandsliga Nordost absteigen, gerät vor allem die SG Saubach als Tabellenviertletzter massiv unter Druck. Dann kämen drei Teams aus der Saarlandliga in die Verbandsliga Nordost und drei Teams aus den Landesligen (Zwei Meister und ein Vizemeister). Das bedeutet in Summe: 3 Aufsteiger + 3 Absteiger = 6 neue Teams. 1 sicherere Aufsteiger, was zu vier Absteigern führen würde selbst wenn der Vizemeister der Verbandsliga Nordost sein Relegationsspiel um den Saarlandligaaufstieg gewänne.
Der Zweite der Verbandsliga Nordost wird am Ende ein Relegationsspiel gegen den Vizemeister der Verbandsliga Südwest bestreiten. Aktuell nimmt diesen Rang der SV Schwarzenbach ein, der den direkten Vergleich mit der punktgleichen FSG Ottweiler-Steinbach für sich entschieden hat. Selbst ein möglicher Aufstieg des SV Schwarzenbach würde dann also daran nichts ändern, denn dann wäre sogar Rang dreizehn noch ein Abstiegsplatz. Um sich abzusichern, müsste die SG Saubach den Rückstand von fünf Punkten auf den SV Furpach aufholen. Angesichts eines vergleichsweise machbaren Restprogramms erscheint dies zwar nicht ausgeschlossen, bleibt jedoch eine große Herausforderung. Der Abstiegskampf in der Verbandsliga Nordost wird am Ende maßgeblich von der Situation in der Saarlandliga beeinflusst.
Ein klareres Bild zeigt sich hingegen in der
Landesliga Ost. Dort ist mit dem FV Biesingen lediglich ein Absteiger aus der Verbandsliga Nordost wahrscheinlich fix, während der SV Furpach ein Polster von fünf Punkten auf die SG Saubach besitzt. Entsprechend wird die Situation unter der Annahme eines einzelnen Absteigers aus der Verbandsliga Nordost in die Landesliga Ost betrachtet.
Die Situation der Aufsteiger in die Landesliga Ost ist klar: Zwei Meister (aus der Bezirksliga Bliestal und Neunkirchen) sowie ein Vizemeister kommen neu in die Liga. In den beiden Bezirksligen präsentieren sich bekannte Namen an der Spitze. In der Bezirksliga Bliestal führt die SG Bliesgau mit komfortablen acht Punkten Vorsprung das Feld an. Dahinter ist das Rennen um Rang zwei jedoch äußerst eng, denn aktuell behauptet der TuS Rentrisch diesen Platz, dicht gefolgt von der DJK St. Ingbert und dem FC Bierbach.
In der Bezirksliga Neunkirchen hat der TuS Wiebelskirchen die Spitzenposition inne und ist mit vier Siegen aus vier Partien optimal ins Jahr 2026 gestartet. Am kommenden Sonntag bietet sich der SG Bexbach auf Rang zwei im direkten Duell die Gelegenheit, mit einem Spiel weniger den Rückstand auf zwei Punkte zu verkürzen.
Im Kampf um den direkten Aufstieg aus der Landesliga Ost in die VErbandsliga Nordost liegt aktuell der SV Reiskirchen mit 46 Punkten vorne und hat im Kalenderjahr 2026 bislang sämtliche Spiele gewonnen. Dahinter folgt die SVGG Hangard mit zwei Punkten Rückstand, die Mitte April im direkten Duell beim Tabellenführer die Chance erhält, die Spitze zu übernehmen. Ebenfalls im Rennen befindet sich der SC Blieskastel-Lautzkirchen, der nur einen weiteren Punkt zurückliegt und ebenfalls mit vier Siegen ins neue Jahr gestartet ist.
Im Tabellenkeller ist die Lage klar definiert: Am Ende kommen von unten drei Teams (Zwei Meister der Bezirksligen Bliestal und Neunkirchen und ein Vizemeister als Sieger des Relegationsspiels) sicher in die Landesliga Ost, von oben kämen nach jetzigem Stand aus der Verbandsliga Nordost lediglich der FV Biesingen neu in die Liga. Das bedeutet in Summe: 3 Aufsteiger + 1 Absteiger = 4 neue Teams. 1 sicherer Aufsteiger, was zu drei Absteigern führt. Würde der Tabellenzweite der Landesliga Ost sein Relegationsspiel gegen den Vizemeister der Landesliga Nord gewinnen, wäre Rang 14 gerettet.
Rang fünfzehn bedeutet nach jetzigem Stand den direkten Abstieg, während Platz vierzehn als unsicher gilt. Genau diese beiden Positionen belegen aktuell punktgleich der SV Kirkel und der TuS Ormesheim. Der TuS Ormesheim konnte das erste direkte Aufeinandertreffen mit 5:2 für sich entscheiden und tritt am Sonntag, den 19. April 2026, zum Rückspiel beim SV Kirkel an. Darüber rangieren die SV Bliesmengen-Bolchen II mit vier sowie der FC Viktoria St. Ingbert mit fünf Punkten Vorsprung, sind damit aber noch nicht endgültig gerettet. Am Tabellenende steht der SV Altstadt, der nach der Winterpause noch ohne Punktgewinn ist und mit lediglich 13 Zählern zunehmend in Richtung Bezirksliga abrutscht.
In den
Bezirksligen im Ostsaarkreis gibt es in diesem Jahr dagegen eine neue Regelung: Wir haben in unserem ausführlichen Artikel
Aufstieg? Abstieg? SCB-Online erklärt die Saison! alle Konstellationen von der Regionalliga bis in die Kreisligen A beleuchtet. Die Situation in den Bezirksligen im Ostsaarkreis speziell hinsichtlich des Abstiegskampfes erfordert aber in diesem Jahr besondere Aufmerksamkeit, da ein Modus angewendet wird, der so bis dahin nicht zum Einsatz kam.
Als erstes gilt es zu klären, wovon die Zahl der Absteiger in den Bezirksligen im Ostsaarkreis abhängt. Dies sind im Wesentlichen folgende Faktoren:
1.) Die Zahl der
Absteiger aus der Landesliga Ost: Hier gibt es mindestens einen Absteiger in die Ostsaar-Bezirksligen. Es ist nicht festgelegt in welche Ostsaar-Bezirksligen die Teams aus der Landesliga Ost absteigen.
2.) Die Zahl der
Aufsteiger in die Landesliga Ost: Die beiden Meister der Ostsaar-Bezirksligen sowie der Gewinner eines Entscheidungsspiels der Vizemeister der Bezirksligen Bliestal und Neunkirchen steigen in die Landesliga Ost auf. Es steigen definitiv
drei Teams aus den beiden Ostsaar-Bezirksligen auf.
3.) Die Zahl der
Aufsteiger aus den Kreisligen A im Ostsaarkreis: Aus den beiden Kreisligen A steigen grundsätzlich die Meister in die Bezirksliga auf. Als zusätzliche Aufsteiger in die Bezirksliga Neunkirchen oder Bezirksliga Bliestal steigt der Sieger eines Entscheidungsspiels zwischen den Tabellenzweiten der Kreisliga A Neunkirchen und Kreisliga A Bliestal auf. Es steigen definitiv
drei Teams aus den beiden Ostsaar-KReisligen in die Ostsaar-Bezirksligen auf.
Mathematisch ist die Situation im Ostsaarkreis demnach denkbar einfach: Drei Teams steigen aus den Kreisligen A in die Ostsaar-Bezirksligen auf, drei Teams steigen aus den Bezirksligen im Ostsaarkreis in die Landesliga Ost auf. Dies ist ein Nullsummenspiel.
Die Zahl der Absteiger aus den Bezirksligen im Ostsaarkreis hängt also ausschließlich von der Zahl der Absteiger aus der Landesliga Ost ab.
Nun kommen die besonderen neuen Regularien zum Tragen: Statt die beiden Ostsaar-Bezirksligen einzeln als Bezirksliga Bliestal und Neunkirchen zu betrachten (wie dies beispielsweise im Südsaarkreis passiert) werden beiden Ligen gesammelt in einem Pool betrachtet, um die gemeinsame Zielgröße von 32 Teams zu erreichen. Die Konstellationen, die bei einer solchen Pool-Betrachtung entstehen können, sind dabei wie folgt festgelegt:
1.)
Zwei Absteiger aus den Ostsaar-Bezirksligen: aus den Bezirksligen steigen jeweils die Mannschaften mit der geringsten Punktzahl und der schlechtesten Platzierung ab. (16.)
2.)
Drei Absteiger aus den Ostsaar-Bezirksligen: aus den Bezirksligen steigen jeweils die Mannschaften mit der geringsten Punktzahl und der schlechtesten Platzierung ab. (16.)
Die Mannschaften mit den zweitwenigsten Punkten einer jeden Tabelle (15.) bestreiten ein Entscheidungsspiel um den dritten Absteiger
3.)
Vier Absteiger aus den Ostsaar-Bezirksligen: aus den Bezirksligen steigen jeweils die Mannschaften mit den wenigsten und zweitwenigsten erreichten Punkten und der schlechtesten Platzierung ab. (Tabellen 15. und 16.)
4.)
Fünf Absteiger aus den Ostsaar-Bezirksligen: aus den Bezirksligen steigen jeweils die Mannschaften mit den wenigsten und zweitwenigsten erreichten Punkten und der schlechtesten Platzierung ab. (Tabellen 15. und 16.)
Die Mannschaften auf Tabellenplatz 14 bestreiten ein Entscheidungsspiel um den fünften Absteiger.
5.) Sonderfall:
Ein Absteiger aus den Ostsaar-Bezirksligen: aus den Bezirksligen steigen jeweils die Mannschaften mit der geringsten Punktzahl und der schlechtesten Platzierung ab, da die Tabellenletzten aller Ligen ab der Bezirksliga aufwärts grundsätzlichen absteigen müssen. (16.)
Das Entscheidungsspiel der beiden Vizemeister der Kreisligen A entfällt und beide Vizemeister der Kreisligen A steigen zusammen mit den Meistern auf (in Summe vier Teams), um auf die Zielgröße von 32 Teams in den Ostsaar-Bezirksligen zu kommen.