In der Verbandsliga Nordost herrscht zur Winterpause maximale Spannung. An der Tabellenspitze stehen gleich drei Teams mit identischer Punktzahl: Spitzenreiter SV Schwarzenbach wird dicht verfolgt vom FC Freisen sowie der FSG Ottweiler-Steinbach. Letztere setzt sich aus der DJK Ottweiler, dem SV Ottweiler und dem TuS Steinbach zusammen, wird jedoch nach dem Ende der laufenden Saison aufgelöst. Das Startrecht der ersten Mannschaft, die aktuell mit drei Teams am Spielbetrieb teilnimmt, geht dann an den TuS Steinbach über.
Nach dem Jahreswechsel könnte sich das enge Rennen sogar noch weiter zuspitzen. Sollte der VfL Primstal sein Nachholspiel am 25. Februar 2026 beim Tabellenneunten FC Homburg II gewinnen, würde auch die Mannschaft aus dem Nordsaarland mit 38 Punkten zum Führungs-Trio aufschließen.
„Das ist schon richtig brutal, wie eng es in unserer Liga an der Tabellenspitze zugeht. Irgendwelche Prognosen abzugeben, wer am Saisonende in der Tabelle ganz oben stehen wird, ist unmöglich“, sagt Schwarzenbachs Spielertrainer Arif Karaoglan in der Saarbrücker Zeitung „Unsere Spieler haben angekündigt, dass sie aufsteigen wollen. Der Vorstand und ich sind diesbezüglich aber tiefenentspannt und sagen, dass wir es natürlich probieren werden – allerdings mit 0,0 Aufstiegsdruck.“
Der 39-Jährige war vor Saisonbeginn vom Bezirksligisten SVG Bebelsheim-Wittersheim nach Schwarzenbach gewechselt und trat dort die Nachfolge von Max Murr an, der inzwischen beim Landesliga-Absteiger FC Bierbach tätig ist. Unter Murr belegte der SV Schwarzenbach in der Vorsaison Rang sechs, ein Jahr zuvor war er Vizemeister geworden und hatte die Aufstiegsrelegation erst gegen den SC Halberg Brebach verloren. „Mir war selbstverständlich von Beginn an klar, dass wir hier mit den verbliebenen Spielern und den Neuzugängen einen Kader zur Verfügung haben, der gut für viele Punkte ist“, erklärt Karaoglan.
Zu den namhaften Verstärkungen zählte unter anderem Angreifer Murat Adigüzel, der vom Saarlandliga-Absteiger FC Homburg II kam. Für defensive Stabilität sollte Innenverteidiger Anto Radeljic sorgen, der vom Saarlandligisten SC Halberg Brebach zurückgeholt wurde. Der Saisonstart verlief dennoch holprig: Zum Auftakt setzte es eine überraschende 0:1-Heimniederlage gegen Aufsteiger SV Kirrberg. „Für uns ging es zunächst einmal darum, die vielen Urlauber zu Saisonbeginn bestmöglich zu ersetzen“, berichtet Karaoglan. Mit fortschreitender Spielzeit kehrten die fehlenden Akteure zurück. „Und dann mussten wir schauen, dass die alten und neuen Spieler Stück für Stück zu einer eingeschworenen Gemeinschaft zusammenwachsen“, so der Spielertrainer weiter.
In der Folge präsentierte sich der SV Schwarzenbach deutlich stabiler, auch wenn es zwei empfindliche Rückschläge gab. Beim direkten Konkurrenten FC Freisen setzte es eine deutliche 3:7-Niederlage. Zudem verlor man auch das Rückspiel gegen Aufsteiger SV Kirrberg mit 1:3. Der Stadtrivale überwintert derzeit auf Rang acht. Unterm Strich fällt die Bilanz jedoch klar positiv aus – sowohl in der Liga als auch im Saarlandpokal. Dort erreichte der Verbandsligist nach einem 5:2-Heimsieg gegen den Saarlandligisten SC Halberg Brebach das Achtelfinale. In der Runde der letzten 16 tritt der SV Schwarzenbach am 4. März 2026 um 19:00 Uhr beim Ligakonkurrenten VfB Theley an, der aktuell Rang elf belegt.
Ob der Tabellenführer in der Winterpause personell noch nachlegt, ist offen. „Wir behalten den Markt im Auge und würden noch gerne ein bis zwei junge Spieler dazuholen. Sollte dies nicht klappen, hätten wir aber auch so für den restlichen Saisonverlauf eine schlagkräftige Truppe zusammen“, erklärt Karaoglan. Abgänge sind bislang keine geplant.
Auch die sportliche Zukunft des Spielertrainers ist Thema. Der Vorstand des SV Schwarzenbach strebt eine Vertragsverlängerung unabhängig von der Ligazugehörigkeit an. „Wir hatten diesbezüglich bereits ein sehr gutes Gespräch. Ich fühle mich in Schwarzenbach sehr wohl. Allerdings bin ich derzeit familiär und beruflich stark eingespannt und habe mir deswegen noch etwas Bedenkzeit erbeten“, sagt Karaoglan.